- 17.03.99, 19.30 Uhr, Großer Hörsaal der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Auf der Schanz 49
- Dr. Susanne Sievers, Frankfurt
- Manching
- Aufstieg und Niedergang einer keltischen Stadt
- Lichtbildervortrag
- Die archäologischen Forschungen der letzten Jahre
- in der international bedeutenden Keltenstadt bei Manching
- haben wesentliche neue Einblicke in Aussehen und Struk-
- tur dieses Hauptortes der Vindeliker erbracht.
- Die Ausgrabungen stehen unter der Leitung der Referentin.
- Der Vortrag findet im Rahmen der Kommissionssitzung der Römisch-Germanischen Kommission statt, die erstmals außerhalb Frankfurts, in Ingolstadt, abgehalten wird.
- Recycling ist keine Erfindung der Neuzeit -
- Die Kelten schmolzen Altmaterial ein
- Archäologischer Vortrag von Dr. Susanne Sievers über das Thema
- "Manching - Aufstieg und Niedergang einer Keltenstadt"
- Ingolstadt (fsc)
- Schon die alten Kelten recycelten vor über 2000 Jahren ihre Gegenstände aus Bronze - das ist eines der Forschungsergebnisse in der Ausgrabungsstätte Manching. ...
- Manching spielte damals durch seine verkehrsgünstige Lage an der Mündung der Paar in die Donau eine wichtige Rolle als Handels- und Umschlagsplatz, aber auch als Produktionsort für Schmuck, Waffen und Gerätschaften.
- Susanne Sievers ergänzte ihren Vortrag am
- Diaprojektor durch Landkarten, Lageplä-
- ne, Luftaufnahmen und Fotos der einzelnen
- Fundgegenstände. Besonders anschaulich
- die vielen Modellrekonstruktionen von
- Stadtmauer, Kultstätten, repräsentativen
- Gebäuden und Gehöften, speziell der
- Grubenhütten zur Eisen- und Bronzeverarbeitung.
- Hier wurde nach neuesten Forschungsergebnissen Altmaterial wie Eisenkessel und Waffenteile weiterverarbeitet, modernes "Recycling" vor über 2000 Jahren.
- Mit wissenschaftlichen Fakten, Vermutungen und Fragen zum Niedergang der keltischen Blütezeit durch Cäsars Eroberungsszug in Gallien in der Mitte des ersten vorchristlichen Jahrhunderts ging die Referentin auf Spurensuche durch die keltische Historie.
- Erstmals beobachtet (und mißachtet) wurden keltische Funde in Manching beim Bau des Militärflughafens im Jahr 1936, ergänzt durch großflächige Grabungen in den 50er Jahren (in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Prähistorischen Staatssammlung).
- Die Ausführungen zu den Funden an Keramik, Metallgerätschaften (Waffen), Glasschmuck, Münzen, Menschen- wie Tierknochen erbrachten ein umfassendes Forschungsbild über die zur Zeit der Kimbern und Teutonen umkämpfte Keltensiedlung von 300 vor Christus bis anno 15 vor Christus:
ein landwirtschaftlich genutztes Areal (mit Getreideanbau und Viehwirtschaft) aus Wohnhäusern, Ställen, Speichern und Handwerkshütten.
Das Handelszentrum war zur Blütezeit schon von mehreren tausend Menschen bewohnt, Luxusgüter wie Amphoren und Mosaiken wurden per Schiff aus dem griechisch-italienischen Raum importiert. ...
- DONAUKURIER, 19.03.1999
- 18.09.99, 10 Uhr, Grabungsfläche Manching
- Führung durch die aktuellen Ausgrabungen
- in Manching
, Dr. Susanne Sievers, Frankfurt
- Die Ausgrabungen der Römisch-Germanischen
- Kommission, die mit Unterstützung des Bayerischen
- Landesamts für Denkmalpflege in der Keltenstadt
- bei Manching stattfinden, zählen zu den wichtigsten
- archäologischen Untersuchungen in Europa. Die Referentin
- wird den aktuellen Forschungsstand vor Ort erläutern.
- Treffpunkt am Rathaus in Manching, von dort gemeinsamer
- Gang zur Grabungsfläche.
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